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Giuseppe Archimboldo: Kein Fisch – kein Fleisch?

Von wegen!

Herrschaftsrepräsentation in Fisch, Fleisch und Gemüse


Giuseppe Arcimboldo: Das Wasser, 1566, 63 x 53 cm

Der Begriff Manierismus (italienisch für Art und Weise, Manier) bezeichnet die Übergangsform zwischen der Renaissance und dem Barock in Malerei, Baukunst, Plastik, Musik und Literatur. Der Begriff wird auch universell benutzt und bezeichnet eine gekünstelte oder schwülstige Handlung oder Haltung.

Unbestrittener Meister des Manierismus war Giuseppe Arcimboldo (1526-1593) der italienische Maler der Hochrenaissance, der noch heute Beifall für seine Gemüsegesichter erntet (Der Manierismus des Giuseppe Arcimboldo, wir berichteten hier….) Giuseppe, der war aber nicht nur versiert in Gemüse, nein auch Fisch und anderes Meergetier hatte es ihm angetan.

Das hier gezeigte “Wasser” ist Teil der Gemäldeserie “Die 4 Elemente”, die Giuseppe Arcimboldo 1566 gemalt hat. Das Wasser besteht aus 62 im Wasser lebenden Tieren. Jedes Bild der Serie ist eine Personifikation eines der Elemente, Luft, Wasser, Feuer, Erde. Diese sogenannten Kompositköpfe setzen sich aus den für dieses Element typischen Gegenständen oder Tieren zusammen: Vögel bei Luft, Fackeln, Kerzen, Kanonen usw. bei Feuer, Säugetiere bei Erde und Meerestiere bei Wasser.

Die “Vier Elemente” korrespondieren mit den 1563 entstandenen “Vier Jahreszeiten” aufgrund der Eigenschaftenpaare warm–kalt und feucht–trocken. Sie lassen sich paarweise kombinieren: der warm-trockene Sommer entspricht dem Feuer, der kalt-feuchte Winter dem Wasser, der warm-feuchte Frühling der Luft und der kalt-trockene Herbst der Erde. Bei entsprechender Anordnung blicken sich die jeweiligen Paare gegenseitig an.





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